Tafel der Zeitleiste „Jüdisches Leben” zerstört

JVGH

In der vergangenen Woche kam es erneut zu Vandalismus an der Zeitleiste „Jüdisches Leben in Bad Honnef” am Annapfad. Dabei wurde die Informationstafel zum Jahr 1666 mit dem Titel „Jüdischer Friedhof” zerstört. Nach zwei kurz aufeinanderfolgenden Anschlägen im Sommer 2025 ist dies bereits der dritte Vorfall dieser Art.

„Wir verurteilen diese Tat aufs Schärfste und hoffen, dass die Polizei die Täter, die bei ihrer Tat beobachtet wurden, ermitteln kann. Jeder Form von Antisemitismus treten wir mit klarer Haltung entschieden entgegen“, erklärt Bürgermeister Philipp Herzog.

Auch der Verein „Jüdische Vergangenheit und Gegenwart in Bad Honnef“ (JVGH) zeigt sich tief betroffen. Mitglieder des Vereins hatten nach langer Vorbereitung im Juli 2025 die Zeitleiste öffentlich vorgestellt und damit die über Jahrhunderte bestehende Teilhabe jüdischer Bürger in der Stadt zu einem Teil der Honnefer Geschichtswege gemacht. „Es ist bedrückend zu erleben“, sagt der Vorsitzende des Vereins JVGH, Professor Rolf D. Cremer, „dass es Menschen mitten unter uns gibt, die ihren Hass und ihre Unzufriedenheit immer wieder an jüdischen Einrichtungen und Orten des Erinnerns, des  Mahnens und des Respekts durch feiges, sinnloses Zerstören auslassen. Wir sind als Gemeinschaft aufgerufen, unseren jüdischen Mitbürgern heute zu zeigen, dass wir öffentlich und zuverlässig gegen jede Art von Antisemitismus vorgehen.“

Der Verein JVGH hat Anzeige erstattet und ein Strafverfahren eingeleitet. Zudem wurde die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen (RIAS NRW) über den Vorfall informiert.

Der im September 2023 gegründete Verein setzt sich dafür ein, das vergangene und gegenwärtige jüdische Leben in Bad Honnef sichtbar und erlebbar zu machen und damit ein klares Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.